Quantcast
Channel: Ensemble Modern
Viewing all articles
Browse latest Browse all 960

PM vom 20.06.2014

0
0
Uraufführung von Péter Eötvösʼ „Der goldene Drache“ im Bockenheimer Depot als Koproduktion mit der Oper Frankfurt

Wenn einer der meistgespielten deutschen Gegenwartsdramatiker – Roland Schimmelpfennig (*1967) – die literarische Vorlage zur neuesten Oper eines der erfolgreichsten Komponisten unserer Zeit – Péter Eötvös (*1944) – liefert, dann darf das Ergebnis mit Spannung erwartet werden. 2010 wurde Schimmelpfennigs Goldener Drache zum Berliner Theatertreffen eingeladen und anlässlich der Kritikerumfrage des Fachmagazins Theater heute zum „Stück des Jahres“ gewählt. Eötvös‘ jüngste Oper, Paradise reloaded (Lilith), feierte 2013 an der Neuen Oper Wien ihre Uraufführung. Nun finden beide Künstler in einem von Ensemble Modern in Koproduktion mit der Oper Frankfurt in Auftrag gegebenen Werk zusammen. In Schimmelpfennigs Stück mit seinen kurzen, schlagartig aufeinander folgenden Szenen übernehmen die Schauspieler jeweils mehrere Rollen, die teilweise im Gegensatz zu ihrem tatsächlichen Alter oder Geschlecht stehen. Dazu Péter Eötvös: „Dieses doppelte Rollenspiel macht den Reiz des Stückes aus. Ich bin mir sicher, dass die Musik helfen kann, einen Charakter wiederzuerkennen.“

Die Handlung erzählt mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors von den Schattenseiten der globalisierten Welt, von Ausbeutung, Gier und Brutalität: Einem jungen Chinesen wird im China-Vietnam-Thai-Schnellrestaurant „Der Goldene Drache“ ein schmerzender Schneidezahn mit der Rohrzange gezogen, da er ohne Aufenthaltsgenehmigung nicht zum Arzt gehen kann. Der Zahn landet in einem Suppentopf und somit im Mund einer Stewardess, die zu den Stammkunden des Imbisses zählt. Empört wirft sie den Zahn in den Fluss, in den zuvor der bei der brutalen „Operation“ verblutete Junge geworfen wurde. Eingewickelt in einen großen Drachenteppich soll er den Weg zurück in seine Heimat finden.

Die musikalische Leitung der Uraufführung am 29. Juni 2014 liegt beim Komponisten Péter Eötvös, der sie ab der zweiten Vorstellung an Kapellmeister Hartmut Keil übergibt. Beide Künstler sind seit Jahren mit der Arbeit des Ensemble Modern vertraut. Elisabeth Stöppler debütierte 2010/11 an der Oper Frankfurt mit der Produktion Neunzehnhundert im Bockenheimer Depot. Seit 2003 ist sie als freischaffende Regisseurin tätig.

Premiere / Uraufführung: Sonntag, 29. Juni 2014, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot
Weitere Vorstellungen: 1., 4., 6., 7., 9., 11. Juli 2014
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr

DER GOLDENE DRACHE (Musiktheater) 2013/14
Péter Eötvös (*1944)
Libretto von Roland Schimmelpfennig nach dem gleichnamigen Theaterstück,
eingerichtet von Péter Eötvös
Mit Übertiteln
Musikalische Leitung: Péter Eötvös (29. Juni 2014) / Hartmut Keil (Juli 2014)
Inszenierung: Elisabeth Stöppler
Bühnenbild: Hermann Feuchter
Kostüme: Nicole Pleuler
Licht: Jan Hartmann
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Klangregie: Norbert Ommer

Die Frau über sechzig (alte Köchin u.a.): Hedwig Fassbaender
Der junge Mann (junger Asiate u.a.): Simon Bode
Der Mann über sechzig (alter Asiate u.a.): Hans-Jürgen Lazar
Der Mann (ein Asiate u.a.): Holger Falk

Ensemble Modern

Kompositionsauftrag und Koproduktion von Ensemble Modern und Oper Frankfurt. Die Musiktheaterproduktionen des Ensemble Modern werden unterstützt von der Aventis Foundation.


Viewing all articles
Browse latest Browse all 960

Latest Images